Produktionsschule

In der Produktionsschule im alten Schafstall der Propstei Johannesberg haben Jugendliche die Chance, über das Konzept des praktischen Lernens und eines kooperativen Arbeitsprozesses neue Perspektiven und Eigenmotivation zu erhalten. Für dieses am Vorbild dänischer Produktionsschulen orientierte Konzept wurde Grümel in 2013 vom Bundesverband Produktionsschulen mit dem Qualitätssiegel QPS ausgezeichnet. Nach erneuter, erfolgreicher Überprüfung der Qualitätskriterien fand 2017 die Re-Zertifizierung unserer Produktionsschule statt.
Das Angebot der Produktionsschule richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene bis 26 Jahre, die auf der Suche nach dem richtigen Beruf sind. Die jungen Menschen erlernen auf dem Weg zur Ausbildungsreife durch ein praxisorientiertes Unterrichtsangebot handwerkliche Fähigkeiten in der Keramik- und Holzwerkstatt.
Bei der Arbeit mit dem Werkstoff Ton werden Geschicklichkeit, Sorgfalt und Kreativität geschult. Produziert werden unter anderem Deko-Artikel, Schilder und Gartenkeramik. In der Holzwerkstatt werden gemeinsam mit den Jugendlichen Kleinmöbel aus Holz geplant, hergestellt und ausgeliefert. Zum Angebot gehört auch die fachgerechte Aufarbeitung von Holzgartenmöbeln, incl. Hol- und Bringservice. Die Produktionsschüler sind in beiden Bereichen von Beginn an in die gesamte Auftragsabwicklung einbezogen.
Im Arbeitsalltag trainieren sie wichtige Schlüsselqualifikationen wie Pünktlichkeit, Verbindlichkeit, Teamgeist und Ausdauer. Die Produktionsschüler erfahren über die Durchführung realer, bezahlter Kundenaufträge eine Wertschätzung ihrer Arbeit, dadurch wird ihr Selbstwertgefühl gestärkt und die Motivation steigt, ihre momentane Situation zu verbessern.
Ziel ist neben der persönlichen Stabilisierung die Integration in die Arbeitswelt durch Vermittlung in Praktika, Ausbildung, Arbeit oder eine weiterführende Maßnahme.
Die Produktionsschule bietet derzeit 20 Plätze in den Werkstätten an, davon sind bis zu 8 Plätze für junge Flüchtlinge. Die Jugendlichen sind 35 Stunden/Woche in der Produktionsschule. In den  Stützunterrichten in Deutsch und Mathematik werden die theoretischen Lerninhalte eng mit der Werkstattarbeit verknüpft. EDV-Unterricht, Bewerbungstraining, Präventionsarbeit und Sport zählen ebenso zu den Angeboten wie Gabelstaplerschulungen, Erste-Hilfe- und Hygiene-Lehrgänge. Junge Flüchtlinge erhalten intensive Sprachförderung in Kleingruppen. Mehrmals wöchentlich wird mit dem gesamten Produktionsschulteam gefrühstückt.
Die Jugendlichen erhalten individuelle Unterstützung in Alltagsfragen, bei der Wohnungssuche, in der Vermittlung von weiterführenden Hilfen bei rechtlichen und gesundheitlichen Fragestellungen.
Finanziell gefördert wird die Produktionsschule durch den Europäischen Sozialfonds, das Land Hessen, das Kommunale Kreisjobcenter Landkreis Fulda und die Stadt Fulda.

 

 

Gefördert aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration
und der Europäischen Union - Europäischer Sozialfonds