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Jugendliche der Produktionsschule Grümel fertigten Tisch-Bank-Kombinationen,
bauten ein großes Insektenhotel für den Garten des Propsteischlosses
und statteten ein umfunktioniertes Bushäuschen mit einem Rolltor aus

Engagement in und für Johannesberg

FULDA Die Produktionsschule Grümel engagiert sich im und für den Fuldaer Stadtteil Johannesberg. Seit Sommer fertigten zehn Jugendliche in der Holzwerkstatt stabile Tisch-Bank-Kombinationen, bauten gemeinsam ein großes Insektenhotel, das mittlerweile im Garten des Propsteischlosses seinen Standort gefunden hat, und bauten für ein umfunktioniertes hölzernes Bushäuschen in der Ortsmitte ein Rolltor, um Verschmutzung und Vandalismus vorzubeugen.

Vor zwei Jahren war die Produktionsschule Grümel, die das Qualitätssiegel des Bundesverbandes Produktionsschulen e.V. trägt, vom Grümel Zentrum in der Steubenallee in den ehemaligen Schafstall der Propstei Johannesberg umgezogen. Denn 2016 war zur Holzwerkstatt als neues Gewerk die Keramikwerkstatt hinzugekommen und die Zahl der Plätze war von ursprünglich zwölf auf zwanzig erweitert worden. Davon sind seitdem acht Plätze speziell für junge Flüchtlinge bestimmt, um ihre Integration mit inklusivem Ansatz und Sprachunterricht mit „Deutsch als Fremdsprache“ zu fördern.

„Das Team der Produktionsschule Grümel und unsere Jugendlichen und jungen Erwachsenen fühlen sich sehr wohl in Johannesberg. Wir freuen uns sehr, dass wir in diesem Jahr einen aktiven Beitrag leisten konnten, um den Fuldaer Stadtteil noch ein bisschen attraktiver zu machen“, sagt Mareike Stelzig. Sie hat im August die Leitung der Produktionsschule übernommen. Zu ihrem Team gehören Anleiter der Holzwerkstatt Dietmar Brabsche sowie Stefanie Dobschat und Anne Mewis vom Sozialen Dienst.

Bereits 2016 konnten sich die Kinder der Betreuungsgruppe an der Propst-Conrad-von-Mengersen-Schule in Johannesberg nach den Ferien zum Beginn des Schuljahres 2016/17 über neue Möbel freuen, die von der Produktionsschule  Grümel auf Wunsch gefertigt und sachgerecht montiert worden waren. Diesmal arbeiteten die Jugendlichen im Kundenauftrag des Zentrums für Denkmalpflege, das in der ehemaligen Propstei seinen Sitz hat und im Sommer insgesamt sieben Tisch-Bank-Kombinationen bei der Holzwerkstatt der Produktionsschule Grümel bestellt hatte. Unter der Anleitung von Dietmar Brabsche fertigten zehn Jugendliche zwischen Juli und September gemeinsam mit viel Engagement und großer Sorgfalt ebenso bequeme wie praktische Möbel, die sich nicht nur für drinnen, sondern auch für draußen eignen, weil sie durch eine fachgerechte Oberflächenbearbeitung wetterbeständig sind. „Bei der Übergabe der Tisch-Bank-Kombinationen in der Propstei Johannesberg waren unsere Jugendlichen sichtlich stolz auf das, was sie in nur wenigen Wochen geleistet hatten. Und sie waren glücklich, dass unser Kunde mit ihrer Arbeit zufrieden war“, verrät Mareike Stelzig. Nach wie vor, so verrät sie, nimmt die Holzwerkstatt Aufträge für Tisch-Bank-Kombinationen entgegen. Wer also für den kommenden Sommer Sitzmöbel sucht, der könne sie bereits im Winter bestellen.

Im Rahmen des pädagogischen Unterrichts widmete sich die Produktionsschule zudem einem Umweltprojekt, bei dem die Schülerinnen und Schüler ein großes Insektenhotel erstellten. Im Vorfeld hatten sie Informationen gesammelt, welche Insektenart welches Füllmaterial benötigt, Zeichnungen gefertigt, das Material berechnet und sich schließlich an die Arbeit gemacht. In Absprache mit dem Hessischen Immobilienmanagement durften sie das fertige Insektenhotel, das einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt vor Ort darstellt, an einer historischen Mauer im hinteren Teil des Gartens aufstellen.

Im Anschluss machten sich die Jugendlichen im Auftrag des Ortsvorstehers von Johannesberg und der Stadt Fulda daran, ein altes, derzeit als Abstellplatz für Container genutztes Bushäuschen mit einem Rolltor auszustatten. So soll künftig verhindert werden, dass dort unerlaubt Müll abgeladen wird. Der Fuldaer Bauhof stellte dafür das notwendige Holz zur Verfügung und die Produktionsschule meisterte auch diesen Auftrag, den Johannesberg nun noch ein wenig attraktiver macht.

„Die positive Resonanz, die unsere Schüler nach der Erledigung der Kundenaufträge erfahren, ist für sie die beste Motivation und uns Bestätigung für unsere Arbeit“, freut sich Mareike Stelzig. Die Produktionsschule Grümel verbindet praktisches Lernen am Produktionsauftrag und die Vermittlung von theoretischen Inhalten auf sehr hohem Niveau. Sie motiviert junge Menschen für das Lernen und zeigt den Weg in eine berufliche Perspektive auf. Zum Tagesablauf der Produktionsschüler zählen neben der Werkstatt-Tätigkeit unter anderem Gespräche über aktuelle Ereignisse, ein Sport- und ein EDV-Kurs, Stützunterricht in Mathematik und Deutsch, Sprachförderung für die Flüchtlinge und gemeinsames Frühstücken.

Aktuell sind in der Produktionsschule Grümel noch wenige Plätze frei. Interessierte erhalten Informationen bei Produktionsschulleiterin Mareike Stelzig unter Telefon (0661) 20619288.

Die Produktionsschule von Grümel wird gefördert durch den Europäischen Sozialfonds (ESF), das Kommunale Kreisjobcenter Landkreis Fulda, das Land Hessen und die Stadt Fulda.

 

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