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„Viel mehr als eine normale Ausbildung“

Ehemalige Grümel-Azubis 3.5 feiern Wiedersehen und berichten von genutzten Chancen

FULDA. Vor ziemlich genau fünf Jahren hat der Fuldaer Bildungsträger Grümel gGmbH die Ausbildung 3.5 für Jugendliche und junge Erwachsene mit psychischen Erkrankungen mit einem Tag der offenen Tür gestartet. Das Ausbildungskonzept berücksichtigt den höheren Förderbedarf der 16- bis 27-Jährigen und bietet die Chance auf Integration in den ersten Arbeitsmarkt. Einen Eindruck von der Nachhaltigkeit der Ausbildung vermittelte kürzlich das erste Nachtreffen der ehemaligen Azubis.

Mit der Ausbildung 3.5 hat der Fuldaer Bildungsträger im Jahr 2012 auf die steigende Zahl der psychischen Erkrankungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen reagiert. Die Jugendlichen, die über diese Reha-Maßnahme einen Beruf erlernen können, haben beispielsweise Depressionen, ADHS, Autismus-Spektrum-Störungen oder Suchtprobleme.

„Vor fünf Jahren sind wir mit fünf Ausbildungsberufen und drei Azubis gestartet“, erinnert sich Projektkoordinatorin Jutta Dehler. „Heute lernen bei uns circa 30 Auszubildende in 13 Ausbildungsberufen.“ Zu den Berufen zählen zum Beispiel Kaufmann/frau für Büromanagement, Fachinformatiker/in für Systemintegration, Fachpraktiker/in für Küche, für Textilreinigung, für Hauswirtschaft oder Holzverarbeitung, Maler/in, Tischler/in, Gärtner/in oder Hauswirtschafter/in.

Die Ausbildung, die durch die Agentur für Arbeit, das Jugendamt oder auch den Rentenversicherungsträger gefördert wird, orientiert sich laut Jutta Dehler an den persönlichen Voraussetzungen sowie am Leistungsvermögen der jungen Menschen. Zudem weise das Konzept die Besonderheit auf, dass es neben der fachlichen Ausbildung sozialpädagogische sowie medizinische und psychologische Unterstützung gebe. Diese ergänzenden Angebote zielen darauf ab, die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Leute zu fördern und sie im Umgang mit ihren individuellen Herausforderungen zu stärken.

„Uns interessiert sehr, wie es den ehemaligen Auszubildenden nach ihrer Grümel-Zeit geht und was sie jetzt machen“, erklärt Jutta Dehler, auf deren Initiative das erste Nachtreffen zustande kam. So berichtet Nadja Vogel, dass sie als Kauffrau für Büromanagement seit Oktober letzten Jahres für einen interessanten Aufgabenbereich im Kloster Frauenberg verantwortlich sei. „Ich hatte einen schwierigen Lebenslauf mit einigen Schicksalsschläge und habe lange gebraucht, um mal irgendwo Fuß zu fassen“, sagt die 33-Jährige. „Bei Grümel habe ich eine Chance bekommen, die ich auch genutzt habe. Darauf bin ich stolz.“

Patrick Wieczorek (31) kam 2015 als 1-Euro-Jobber zu Grümel und konnte den Bildungsträger 2017 als ausgebildeter Fachlagerist verlassen. Sein Ziel, eine Festanstellung beim Libri Logistikzentrum Bad Hersfeld, ist nach einer erfolgreichen Probezeit für ihn jetzt greifbar nah. Und Sebastian Dittmann hat bei Grümel nicht nur den Tischlerberuf erlernt und anschließend einen Arbeitsplatz gefunden. Er ist in der Gruppe auch seiner Partnerin Lena Hofmann begegnet, mit der er eine Familie gegründet hat.

Auf die Grümel-Zeit zurück blickend, sind den Ehemaligen die zahlreichen pädagogischen Gruppenangebote wie kreatives Gestalten und Gesprächsrunden oder Exkursionen, gemeinsame Wanderungen sowie sportliche Aktivitäten aus dem Bereich der Freizeit- und Erlebnispädagogik in besonderer Erinnerung geblieben. Durch die vielen gemeinsamen Aktionen habe sich in der Gruppe ein Vertrauensverhältnis entwickelt, so dass Persönliches in der Gemeinschaft Platz hatte und auch Konflikte gut bewältigt werden konnten, hieß es.

„Es war einfach immer jemand da, der einen unterstützt hat“, betont die 24-jährige Kimberly Lumbsden. „Diese Unterstützung hat Sicherheit gegeben, so dass man sich öffnen, mutiger und selbstbewusster werden konnte.“ Sie findet, „dass Grümel viel mehr ist, als eine normale Ausbildung.“  +++

Weitere Informationen zur Ausbildung 3.5 unter: https://www.gruemel.de/AufEinenBlick/3-6-Ausbildung35

 

BU: Große Wiedersehensfreude beim ersten Nachtreffen der ehemaligen Grümel Azubis 3.5 mit ihren Ausbilderinnen Ulrike Seuring (Sozialpädagogin Hauswirtschaft, 3.v.li.), Katharina Schwamberger (Ausbilderin Hauswirtschaft, 6.v.li.), Katja Fischer (Sozialpädagogin Gruppenpädagogik, 8.v.li) und Projektkoordinatorin Jutta Dehler (4.v.re) / Foto: Grümel

 

 

Projektkoordinatorin Jutta Dehler

 

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