Berufsorientierung für Hauptschüler ab 7. Klasse

Einen reellen Einblick in unterschiedliche Berufsfelder ermöglicht die Berufsorientierung von Grümel für Siebt- bzw. Achtklässler heimischer Hauptschulklassen. Finanziert wird die Maßnahme vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Im November 2011 sowie im Mai und November 2012 beispielsweise nahmen Schülerinnen und Schüler aller siebten bzw. achten Klassen der Hauptschulen in Stadt und Landkreis Fulda das Angebot wahr, das die Grümel gGmbH in Zusammenarbeit mit ihrem Kooperationspartner, der Kreishandwerkerschaft Fulda, auf den Weg gebracht hat. Gemeinsam treten sie an die Schulen heran und vereinbaren Termine, damit jeweils die komplette Jahresstufe zu beiden Kooperationspartnern kommen kann. Dort können sich die Schülerinnen und Schüler in der Praxis ein Bild von den unterschiedlichen beruflichen Bereichen machen.
Bevor die Schülerinnen und Schüler teilnehmen, führt die jeweilige Schule eine Potenzialanalyse durch, die Eigenschaften, Kompetenzen, Potenziale und Talente der Siebtklässler ermittelt und auslotet – darunter Aspekte wie Selbstbewusstsein, Belastbarkeit, Teamfähigkeit, Kreativität, Flexibilität, motorische Fähigkeiten und Motivation. Die Potenzialanalyse soll bei der Entscheidung helfen, welches Berufsfeld für den Schüler das geeignete sein könnte. Sie beinhaltet darüber hinaus ein Feedbackgespräch und eine Zielvereinbarung.

Bei der praktischen Berufsorientierung von Grümel stehen dann acht Berufsfelder zur Wahl:

  • Garten- und Landschaftsbau
  • Hauswirtschaft
  • Küche
  • Büro/Verwaltung
  • Lager/Logistik/Berufskraftfahrer
  • Verkauf
  • Textilreinigung
  • sowie der Bereich Pflege/Gesundheit, der meist in Kooperation mit der Altenpflegeschule des BBZ im Mediana angeboten wird.

Die Schüler wählen vier Felder aus und äußern einen Alternativwunsch. Die Grümel-Mitarbeiter, denen die Organisation der Maßnahme vor Ort obliegt, stellen daraufhin die einzelnen Gruppen zusammen, koordinieren in Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung Werkstätten, Arbeits-, Unterrichts- und Sozialräume und wählen die entsprechenden Dozenten aus.

Neben Fachanleitern, Ausbildern und Sozialpädagogen vermitteln auch Auszubildende den Schülern ihre Erfahrungen, schildern aus ihrer Sicht Eindrücke aus Praxis und Schule. Das ist wichtig, denn neben dem fachpraktischen Aspekt geht es darum, die Aufgaben eines Auszubildenden alltagsnah kennen zu lernen. Jeweils an zehn Tagen sind die Schüler von 8 bis 15 Uhr in ihren Wahlgruppen. Die Schüler testen ihre Fähigkeiten aus und schauen, inwieweit bei ihrem anvisierten Berufsfeld Wunsch und Wirklichkeit zusammenpassen.

Nach der Erprobungsphase werden die individuellen Ergebnisse in einem persönlichen Arbeitsplan konkretisiert, so dass der Schüler nach der zielgerichteten Berufsorientierung aktiv an seinem Start ins Berufsleben weiterarbeiten kann. Zum Abschluss des zehntägigen Berufsorientierungspraktikums erhält jeder Teilnehmer ein aussagekräftiges Teilnehmerzertifikat, in dem die jeweiligen Kompetenzen, Neigungen, Interessen und Entwicklungspotenziale dokumentiert sind.